Das Vergnügen im Hanseviertel zu wohnen

Menschen – Gebäude – Ereignisse

von einem Spaziergänger (Ottfried Franke) und einer Radfahrerin (Anke Penski) im Hanseviertel

Ein Frühlingstag im Hanseviertel: Die Sonne scheint den ganzen Tag. Am Morgen ist es noch etwas kühl. Auf unserem Spaziergang zu Fuß und mit dem Rad treffen wir Bewohner und Besucher, Spaziergänger, leidenschaftliche Radfahrer, Naturhungrige, verliebte Pärchen und Neugierige, die das Hanseviertel erkunden, weil sie wissen wollen, wie man hier wohnt. Wir machen es wie die Neugierigen: Wir reden mit den Menschen und schauen uns um, denn das Hanseviertel bietet auch viel für´s Auge. Deshalb ist das begehrte Wohngebiet auch ein beliebtes Ausflugsziel. Dort, wo gebaut wird, schaut man hin, Bauen ist interessant.

Auf der Webseite des Hanseviertels Lüneburg und später im Hanseviertel Journal geben wir Einblicke und Ausblicke, sprechen über die Herkunft der Bewohner und die Zukunft des Quartiers. Wir lassen Menschen zu Wort kommen, mit denen wir redeten. Sie zogen aus Lüneburg, sehr viele aus Hamburg, andere aus Oldenburg, Bielefeld, Hannover, Berlin und anderen deutschen Städten ins Hanseviertel. Es geht in den Geschichten um Gärten, Architektur, Kinder, Eltern, Nachbarn, Städtebauer, Planer, Bauarbeiter, Verkäufer und Käufer, Vermieter und Mieter. Wer weiß? Vielleicht ist das der Anfang der „Geschichte(n) aus dem Hanseviertel”.

Teil 1: Die Hansestraße: Hendrik Lange und Mirjam Mönning

Entlang der Hansestraße reden wir mit vielen, die „längst” hier wohnen und das schöne Wochenende genießen: die einen beim Sonnenbaden in ihrem Garten als Refugium, privates Rückzugsgebiet am Ende der Hansestraße, Erholung pur zum Auftanken. Bald beginnt die neue Arbeitswoche und viele pendeln nach Hamburg. Man spürt hier am Wochenende Ruhe und Geborgenheit. Andere Bewohner winken prominent mittendrin beim Rasenmähen in erster Reihe den Nachbarn über die Straße zu. Frühling bedeutet für Dritte Gärtnern. Die liebevoll gepflegten Gärten fallen auf, die Terrassen und ausladenden Balkone, auch die Autos. Stellplätze sind für alle selbstverständlich – und gute Nachbarschaften, die sich hier bilden.

„Das Hanseviertel – das ist eine Spitzenlage, wo wir hier zu Hause sind”. Hendrik Lange hat den Rasen gemäht und vertikutiert. Seine Tochter hilft ihm dabei, Partnerin Mirjam Mönning spornt die beiden an. Der Sohn spielt im Gartenhaus. Die Familie kam über Berlin und Hamburg nach Lüneburg und gehörte im Dezember 2011 zu den ersten fünf Familien im neuen Hanseviertel. „Wir kennen viele hier in der Hansestraße”, erzählt Vater Lange: „Hier ist gute Nachbarschaft entstanden. Man lieh sich das eine oder andere aus, half sich über die Straße. Im Neubau interessieren auch die Erfahrungen der Nachbarn. Na klar, und man ist neugierig, wie es bei denen aussieht. Doch die besten Nachbarschaftsimpulse gehen immer wieder von den Kindern aus. Die sind vorneweg.” Mirjam Mönning und Hendrik Lange würden die Hansestraße am liebsten in eine Spielstraße umwandeln, damit man sicherer zur Kita, zu den Spielplätzen und in den künftigen Park kommt. „Würde die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h wirklich kontrolliert und sanktioniert, wäre schon viel gewonnen”, meint Hendrik Lange.

Teil 2: Familienfreundliches Hanseviertel: Familien Wilcken und Schön und Dr. Stefan Weber

Das ehemalige Offizierscasino ist ein Kleinod im Osten des Hanseviertels. Man blickt von hier auf die Hansestraße „hinab”. Im ersten Bauabschnitt dort hatte vor fünf Jahren rechts und links der Straße alles begonnen, mal enger, mal lockerer, aber streng an der Hauptachse Hansestraße ausgerichtet. Er hat seine Ordnung, seine Bauabschnitte und Gruppierungen – der Städtebau. Im nahezu fertig gebauten und bereits bewohnten ersten Bauabschnitt sind es Reihen- und Einfamilienhäuser sowie Wohnungen in Stadtvillen, alle mit Terrassen und Balkonen. Kürzlich wurde im ehemaligen Offizierscasino die Kita im Hanseviertel eröffnet. Zwei der drei Kinder von Familie Wilcken werden hier betreut. Wiebke und Dennis Schön erwarten in vier Wochen ihr Baby. „Wir wohnen 200 Meter Luftlinie zur Kita und haben uns dort schon einmal nach einem Kita-Platz erkundigt. Das wäre am Morgen natürlich ein kurzer Weg!”, so Wiebke. Die beiden kommen gerade mit den Rädern vom Markt und wohnen wie Familie Wilcken am östlichen Ende der Hansestraße. Das Ziel größtmöglicher Privatheit ist hier unverkennbar, kein Durchgangsverkehr. Dr. Stefan Weber wohnt erst seit Kurzem im Hanseviertel. Er ist mit dem Kinderwagen unterwegs – allein. Lennart ist sechs Monate alt. „Wir haben gerade Handwerker im Haus und meine Frau kümmert sich außerdem um Lia, die ist schon 2 ¾.”

Teil 3: kinderfreundliches Hanseviertel, Teil I: Familie Helmers, die Väter Wenzel und Selek

 Spielplätze und lustige Kinderfotos sind eine Herausforderung, denn die Rechtslage beim Fotografieren fremder Kinder ist uns bewusst und ihre Einhaltung wichtig. Doch dann treffen wir Familie Helmers, die zu einem Bild bereit ist. Sie wohnt nicht im Hanseviertel, kommt aber gerne mit der Tochter für einen Spaziergang mit Spielplatzpause hierher. So auch eine andere Mutter mit Tochter aus der Jens-Schreiber-Straße. Sie wünscht sich aber mehr Spielgeräte für die kleinen Kindern, Schaukeln und Sandkästen. Sorgen bereitet ihr, dass die Autofahrer nicht immer das Tempolimit einhalten. Für kleine Kinder sei das gefährlich. Worüber reden Väter am Samstagnachmittag, wenn sie auf der Straße ihre Töchter beaufsichtigen? Über Fußball! Wir dürfen fotografieren und Vater Wenzel und Vater Selek Fragen stellen. Die Familien sind im Mai bzw. im November 2012 eingezogen und waren sich von Beginn an sympathisch. „Wir haben die gleichen Interessen, wir ticken im gleichen Takt und schätzen die gute Nachbarschaft mit vielen anderen Kindern im gleichen Alter. Die Kleinen spielen am liebsten im eigenen Garten oder in denen der Nachbarn, immer dort, wo gerade das spannendste Klettergerüst steht, der größte Ball liegt.” erklärt Herr Selek. Das kleine Fräulein Wenzel schiebt zufrieden ihr Bobbycar auf und ab. Die ältere Tochter der Seleks ist vier, die jüngere fast zwei. Sie versorgt Papa liebevoll mit „Zuckersand-Eis.” Mhhh, es ist ja fast schon Sommer.

Teil 4: kinderfreundliches Hanseviertel, Teil II: Oma und Opa Brahm mit Johanna und Familie Schwake

Wieder auf dem Spielplatz erleben wir Großelternglück: Klaus und Irmtraud Brahm mit ihrer Enkelin Johanna. Sie sind heute zu Besuch und machen einen Nachmittagsausflug. Johannas Eltern sind 2012 dem Hamburger Großstadtdschungel entflohen und haben sich im Hanseviertel ihren Traum vom eigenen Haus erfüllt. Sie sind sehr zufrieden, mit dem Haus, den Nachbarn, nur fehlen wieder die Sandkästen auf den Spielplätzen. Für ein Foto posieren die Großeltern gerne mit Johanna. Ein Stück weiter klönen drei Nachbarn auf der Straße und passen auf ihre Söhne auf. Diese sind in grünen Jacken im Partnerlook mit Fahrrad und Laufrad unterwegs.

Teil 5: Grünes Hanseviertel, Teil I: Familie Wilcken und Bernhard Hoppe

Die Hälfte des Hanseviertels ist grün. Im Norden und Osten kommt Landschaft pur hinzu. Das schöne Spiel mit den sensiblen Grünzonen im Hanseviertel fällt besonders auf dem langen Parkweg von West nach Ost auf. Eine besondere Herausforderung wird der „große grüne Stadtplatz”. So heißt der künftige zentrale „Smaragd” heute noch in der Planer-Sprache. Doch der Ruf nach einem Namen wird wohl erhört werden. Mit den vielen Gärten dazu wirkt jetzt im Frühling das Quartier richtig bunt. Das Freiraumkonzept überzeugt. Andreas Wilcken wohnt mit Frau und drei Kindern seit August 2014 hier. „Wie viele andere zogen wir aus dem superurbanen Hamburg ohne Garten nach Lüneburg, wo wir uns ein Haus mit drei Kinderzimmern leisten und ‘den grünen Daumen lernen‘ müssen”, so Andeas Wilcken. Deshalb fahren sie jetzt auf den Markt, um u. a. Setzlinge zu kaufen. Auf einer Parkbank treffen wir im schönsten Sonnenschein Bernhard Hoppe. Er liest ein Buch. 45 Jahre hatte er in Hannover beim Deutschen Wetterdienst gearbeitet. Das ist ein gutes Omen bei diesem Wetter. Er hat fünf Enkelkinder, die Tochter wohnt in Lüneburg. Der Spaziergänger im Hanseviertel ist Naturmensch. In Hannover hatten sie ein Haus gebaut. Bernhard Hoppe schaut in die Gärten und wie der Grünzug hier gedeiht. Er ist der Tochter „hinterhergezogen”. Als Mieter unweit des Hanseviertels ist er nun auf der Suche nach betreutem Seniorenwohnen hier.

Teil 6: Grünes Hanseviertel, Teil II: Christian Koprek mit Hund und Rentnerpaar

Am Grünzug kommt uns Christian Koprek mit Hund entgegen. Es ist nicht sein Hund, sondern „Besuch”. Und so zeigt er der Spürnase das Hanseviertel. Herr Koprek selbst wohnt hier seit Oktober 2013. Seine Eltern hatten sich eine Wohnung gekauft, in der er nun wohnt. „Bei mir im Haus wohnen noch zwei weitere Hundebesitzer. Oft trifft man sich mit seinen Vierbeinern und beobachtet, wie es hier immer grüner wird. Trotzdem ist es sehr sauber hier. Dabei helfen die aufgestellten Hundetüten-Boxen, die wir immer nutzen.” Der Grünzug mit seinen Bänken lädt auch am Nachmittag viele Sonnenanbeter zur Verschnaufpause ein, so auch ein rüstiges Rentnerehepaar aus der Nachbarschaft. Die beiden plaudern „zwischen Kaffee und Abendbrot” mit uns über Stadtentwicklung und Architektur. Manches wünschten sie sich weniger dicht bebaut und auch preiswerter, die Mitsprache der Bürger bei der Stadtentwicklung habe noch Reserven. Voller Erwartung sind sie im Hinblick auf die angekündigten Geschäfte und Dienstleister.

Teil 7: Städtebau und Architektur im Hanseviertel sowie Christian Wetzel

Im ersten Bauabschnitt entlang der Hansestraße wohnt man in Einfamilienhäusern oder Stadtvillen. Im zweiten Bauabschnitt, an der Lübecker und Tartuer Straße, der gerade im Bau und zum Teil auch noch in Planung ist, werden Wohnungen im urbanen Geschosswohnungsbau, Nahversorger, Dienstleister und auch Büros den Ton angeben. Dann ist man mitten drin. Die Architektur ist durchaus hanseatisch, unterschiedliche Haustypen haben verschiedenes „Temperament”. Der Erfolg des Hanseviertels hat wohl auch mit baukultureller Ästhetik zu tun. Alles ist städtisches Wohnen – eindeutig, auch hochwertig städtisches Wohnen mit dem Charme von Freiheit. Es ist eine gute Alltagsarchitektur, die man hier mag. Deshalb ziehen die Menschen gern hierher und fühlen sich wohl. Christian Wetzel: „Wir waren 2011 die zweite Familie im Hanseviertel, wirklich ein Quartier mit Charakter, das moderne Pendant zum Backstein der alten Hansestadt. Es ist das beste Stück vom neuen Lüneburg.”

Teil 8: Wünsche im Hanseviertel und Summary:

Alle haben ihre Wünsche im Hanseviertel. Wir sprechen über alte Märchen aus Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat: von A wie Ampeln über B wie Busanbindung, C wie Cafés, F wie Fußgängerüberwege, G wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, L wie Ladengeschäfte, S wie Supermarkt oder Sandkästen bis Z wie zufriedene Bewohner. Heutzutage werden manche Wünsche erfüllt, andere nie, manche dagegen sogar übererfüllt. Schauen wir mal: Familie Schön wünscht sich eine Eisdiele. Es wird viel Fahrrad gefahren im Hanseviertel und viele pendeln zur Arbeit nach Hamburg, aber das gute Rad am Bahnhof einfach so stehen lassen? Familie Wilcken findet, das Hanseviertel sollte gemeinsam mit StadtRAD Lüneburg eine eigene Radstation anstreben. „Primär pendele ich mit dem Auto; aber dann wäre der Zug wirklich eine Alternative.”

Knapp über der Halbzeit der Entwicklung zu Soll und Haben abschließend: Ein neues Zuhause finden, heimisch werden im einem neuen Stadtteil, das braucht mehr als eine schöne Wohnung mit modernem Bad und Einbauküche. Das braucht auch Geschäfte, Straßen, Kinderspielplätze, Autostellplätze, Spazier- und Radwege, die Bank im Park, alte Bäume, Rasen, Hecken, viele Blumen. Ökologisch und ökonomisch soll es funktionieren. Im Hanseviertel ist schon viel zu sehen. Das, was wir gesehen haben und über die Planung hörten, lässt den formalen Schluss zu: Alles entspricht der Nachfrage- und der Marktsituation. Immer mehr Menschen träumen vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Und außerhalb allem Formalen: Die Hansestraße ist wie eine Bühne. Manche flanieren hier, joggen, schauen, ergehen sich. Gehen auch Sie einfach einmal gucken.


  

Der zentrale Stadtplatz nimmt Formen an. Der Schwung in der Hanseviertel-Marke wird im modernen Stadtmöbel sichtbar.


Bauen in der Alfred-Trebchen-Straße
Bauen in der Lübecker Straße
Bauen in der Tartuer Straße

 


  

  

Wo gebaut wird, schaut man hin!


Der Flohmarkt am Behördenzentrum Ost ist eine Tradition. Jetzt erhält er eine neue städtebauliche Kulisse.


Wiebke und Dennis Schön kommen vom Markt nach Hause. In vier Wochen kommt ihr Baby auf die Welt.


Herr Lange beim Vertikutieren, Tochter Anni hilft.


Christian Wetzel beim Streichen: „Am Samstag, wann denn sonst!? Wir waren 2011 die zweite Familie im Hanseviertel, ein Quartier mit Charakter, das moderne Pendant zum Backstein der Hansestadt.” Christian Wetzel wünscht sich Bäume entlang der Hansestraße.


Bernhard Hoppe hat fünf Enkelkinder. Der Spaziergänger im Hanseviertel ist Naturmensch. Er schaut in die Gärten und wie der Grünzug gedeiht. Als Mieter unweit des Hanseviertels ist er auf der Suche nach betreutem Seniorenwohnen hier.


Dr. Stefan Weber und Sohn Lennart (sechs Monate) wohnen seit März im Hanseviertel. „Wir haben gerade die Handwerker im Haus und meine Frau kümmert sich um Lia, die ist schon 2 ¾ Jahre alt.


Familienausflug auf den Spielplatz


Im Hanseviertel zwischen Kaffee und Abendbrot


Klein rein und groß rauskommen! Vor wenigen Wochen wurde der Kindergarten im ehemaligen Offizierscasino eröffnet.


Der Hund ist zu Besuch. Also gehen wir mit ihm spazieren.


Oma Brahm und Enkelin Johanna spielen in der Nachmittagssonne.


Großelternglück: Oma und Opa Brahm mit Enkelin Johanna


Quartier der kurzen Wege per Pedales


Coole Streetwear im Partnerlook


Spielstraße – auf geht´s zum Kuchenbacken im Sandkasten


Die Straße als Laufsteg


Mehmet, Ramazan und Öcal verlegen Estrich.


Blumen am Bauzaun – die nachbarschaftsverträgliche Baustelle!


Das ist mein Revier!


Im Hanseviertel geht die Post ab!